Ich wollte mit dem Kajak von Genf nach Gibraltar fahren. 2000 Kilometer über die Rhone und das Mittelmeer. Es kam jedoch alles anders als geplant und ich bin von der Rhone auf die Loire gewechselt. Statt Mittelmeer hieß es nun Atlantik. Ich durchquerte Frankreich mit dem Kajak, paddelte mit meinem See Kajak entlang der Atlantikküste und überquerte die Biskaya auf einem alten Segelschiff. Das Problem an der Sache: Ich hatte eigentlich keine Ahnung vom See Kajak fahren und das Wetter war im Winter alles andere als optimal.

Der Film „Kurs Südwest“ erzählt von meinen Abenteuern auf der viermonatigen Reise.

Die Reise

Mein Abenteuer begann im Herbst 2019 in Genf. Ich hatte ungefähr 2000 Kilometer vor mir. Knapp 600 Kilometer über die Rhone und den Rest entlang der Mittelmeerküste.  Aber bereits nach einer Woche und nicht einmal 200 Kilometern auf der Rhone merkte ich, dass die Route vielleicht doch nicht so optimal ist. An der Rhone befinden sich sehr viele Staudämme und die Infrastruktur ist nicht wirklich auf Paddler ausgelegt. Jeden Tag war ich viele Stunden damit beschäftigt meine Kajak um die Staudämme herumzuziehen und nach nur einer Woche hatte ich bereits 12 Staudämme überwinden müssen. In Lyon entschied ich mich deshalb meine Faltboot wieder abzubauen, ich fuhr ein kleines Stück mit dem Zug nach Roanne und setzte meine Reise auf der Loire fort.

Von hier ging es nun fast ohne Hindernisse einmal quer durch Frankreich. Staudämme gibt es an der Loire nur sehr wenige und das Paddeln auf der Loire machte gleich viel mehr Spaß als an der Rhone. Allerdings ging es nun zum Atlantik und nicht mehr, wie geplant, zum Mittelmeer. Dass ich Gibraltar als Kajakanfänger nicht über den Atlantik erreichen würde, war mir eigentlich von vornherein klar. Versuche wollte ich es aber trotzdem. Ohne zu wissen, wie weit ich schlussendlich kommen würde, paddelte ich entlang der Küste nach Süden. Das Wetter wurde leider zunehmend schlechter und ich musste oft lange Pausen einlegen, um auf Wetterfenster zu warten. Ich kam nur langsam voran, konnte aber innerhalb einiger Wochen über 200 Kilometer am Atlantik zurücklegen. Irgendwann wurden die Bedingungen jedoch so schwierig, dass mir die ganze Sache zu gefährlich erschien. Ich beschloss mich deshalb dafür, meine Kajaktour zu beenden.

Zum Glück traf ich auf die Labora, ein über 80 Jahre altes Segelschiff. Das Schiff kam aus Dänemark und war auf dem Weg nach Brasilien . An Bord der Labora konnte ich mein Abenteuer fortsetzen und segelten über die Biskaya nach Spanien. Inzwischen war es fast Winter und die Biskaya ist zu dieser Jahreszeit für besonders starke Stürme und hohe Wellen berüchtigt. Die Tour ging also noch abenteuerlicher weiter, als sie mit dem Kajak geendet hat.